"Diese aufwühlenden Szenen, diese fesselnden Bilder was musste das alles hergeben! Das war WERTHER! Das war mein III. Akt" (Jules Massenet).

Die Oper "Werther" von Jules Massenet ist ein packendes Seelendrama voller Sinnlichkeit und Poesie, Kraft und Leidenschaft. Das Libretto entstand nach dem berühmten Briefroman "Die Leiden des jungen Werther(s)" von Johann Wolfgang von Goethe.

Werther ist in Charlotte verliebt. Doch die ist mit Albert verlobt. Ihre Schwester Sophie wäre frei, doch Werther will die, die er nicht haben kann. Er steigert sich in eine unmögliche Liebe hinein und wählt am Ende den Freitod als Erfüllung seiner (Todes-)Sehnsucht.

Johann Wolfgang von Goethe war erst 25 Jahre alt, als er 1774 innerhalb von sechs Wochen "Die Leiden des jungen Werthers" (damals noch mit Genetiv-S) schrieb. Das Werk ließ den jungen Dichter über Nacht berühmt werden und entwickelte sich zum Bestseller des "Sturm und Drang". Die Geschichte hat eine ganze Generation elektrisiert und greift auch heute noch vor allem junge Menschen in ihrer Gefühlswelt an. Der sogenannten Werther-Effekt ist ein viel diskutiertes psychologisches Phänomen und geht zurück auf das Auftreten einer "Suizidwelle" nach Erscheinen des Briefromans.

In der Fassung des Opernlofts versucht Charlottes Schwester Sophie, Licht in ihr Familiendrama zu bringen, das vor Jahren alle Beteiligten erschüttert hat. Dafür kehrt sie zurück an den Ort dieser Liebesgeschichte und erlebt noch einmal die schmerzhafte amouröse Verstrickung, in der Charlotte, ihr Mann Albert und Werther gefangen waren. Was ist damals wirklich geschehen? Und hätte es für den empfindsamen Werther doch noch eine andere Lösung geben können?

Das Opernloft kann diese Opernproduktion mit Hilfe der Projektförderung der Kulturbehörde Hamburg realisieren. Die Oper wird von Anke Rauthmann inszeniert und von Rolf-Mares-Preisträgerin Margarethe Mast ausgestattet.

Gesprächsrunden nach den Vorstellungen. In wechselnder Besetzung mit dem Regieteam, den Künstler*innen sowie Vertreter*innen von IN VIA Hamburg e.V. - Angebot [U25] Online Suizidprävention, der Telefonseelsorge der Caritas und der Studentischen TelefonSeelsorge und AGUS e.V. (Angehörige um Suizid).
Hier ist Raum für Fragen und Diskussion rund um die Inszenierung, aber auch den realen Umgang mit Suizid(absicht) und Präventionsmaßnahmen.

Ensemble und Regieteam Werther

    • Caitlin Redding - Charlotte

      Die Mezzosopranistin Caitlin Redding hat einen Master of Music Abschluss der Juilliard School in New York. Ihre letzten Rollen waren unter anderen die Titelrollen in Rossinis La Cenerentola und Bizets Carmen, Zweite Dame (Die Zauberflöte), la Marchande (Les mamelles de Tirésias) und Satirino (La Calisto). Zu ihren bevorstehenden Auftritten gehören die Uraufführung von Die wahre Geschichte von King Kong (als Richterin) mit Theater Magdeburg, Ariadne auf Naxos (als Dryade/ersatz Komponist) mit dem Festival of the Aegean und ein Konzertdebüt in der Carnegie Hall, NYC. Sie hat einen Bachelorabschluss in Musik und italienischer Literatur der University of Maryland und ist Stipendiatin des Novick Career Advancement Stipendiums der Juilliard School sowie des Richard Gaddes Career Fund Stipendiums des Opera Theatre of Saint Louis. Zur Zeit ist sie in Leipzig, Deutschland, ansässig. Die Rolle der Charlotte im Stück "Werther" verkörpert sie seit Mai 2019 im Opernloft.

    • Anke Rauthmann - Regie

      Die Musiktheater-Regisseurin und gebürtige Hannoveranerin studierte Theaterwissenschaften in Erlangen und assistierte an der New Israeli Opera sowie der Komischen Oper Berlin, bevor sie 2007 mit Le Nozze di Figaro in Berlin einen Publikumserfolg landete. Seitdem ist die Regisseurin u.a. am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin, dem Nordharzer Städtebundtheater, dem Royal College of Music London und Rossini-in-Wildbad zu Gast.
      Als künstlerische Leiterin der Berlin International Opera brachte sie u.a. die Weihnachtsoper The Gift of the Magi zur deutschen Erstaufführung. Ihre Inszenierung der Kammeroper Anne Frank in Schwerin gewann den Ekhoff-Preis. Werther am Opernloft ist ihre erste Inszenierung in ihrer Wahlheimat Hamburg.

    • Stepan Karelin - Albert

      Der gebürtige Russe lebt seit 2008 in Österreich. Er studierte an der Kunstuniversität Graz und legte im Jahr 2014 erfolgreich sein Diplom ab. Im Rahmen seines Studiums sang Stepan Karelin u.a. Rollen in Die Zauberflöte und Viva la Mamma von G. Donizetti Auf der Bühne war Stepan Karelin nach seinem Studium unter anderem in den Opern Dido und Aeneas, Paganini und L'êlisir d'amore zu erleben. Als Konzertsänger trat er in vielen europäischen Ländern auf, vor allem in Deutschland, Österreich, Polen und Russland. Mit Opernloft debütierte der Bariton im Sommer 2018 mit Carmen im Ernst-Deutsch-Theater.

    • Ljuban Zivanovic - Werther

      Der serbische Tenor Ljuban Zivanovic absolvierte bis 2007 die Mittlere Musikschule in Belgrad. In seiner Heimat gewann er sechs Mal den ersten Preis beim Nationalen Gesangswettbewerb. Weiterhin hat er in Serbien mit verschiedenen Orchestern zusammengearbeitet und Konzerte gegeben.
      An der Staatl. Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim erhielt er sein Diplom mit Auszeichnung.
      Bühnenerfahrung sammelte Ljuban Zivanovic als Solist in Robert Schumanns "Manfred" am Theater Baden-Baden und in verschiedenen Produktionen des Opernstudios der Staatl. Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim (u.a. als Tamino in Mozarts "Die Zauberflöte", als Wenzel in Smetanas "Die Verkaufte Braut").
      Ljuban Zivanovic war konzertant in Russland, Italien, Deutschland, Bulgarien und Serbien tätig. Sein Lied Debüt gab er beim Heidelberger Frühlingsfestival im April 2015.
      In dieser Spielzeit ist er als Gast an der Hamburger Kammeroper zu sehen. Diesmal als Herzog von Mantua in Verdis ''Rigoletto'', als Camille du Rosillon in ''Die lustige Witwe'' von Lehar sowie als Selim in Rossinis "Adina".
      Die Stuttgarter Zeitung bescheinigte ihm anlässlich eines Liederabends im Schloss Hohenheim eine "sehr markige, glockenhelle Stimme" mit "fantastischem Potential".

    • Makiko Eguchi - Musikalische Leitung

      Makiko Eguchi wurde in Tokyo, Japan geboren. Sie studierte im Hauptfach Gesang und im 2.Fach Klavier an der University of Fine Art and Music of Tokyo. Seit 2007 studiert sie Liedbegleitung/Korrepetition und Gesang am Hamburger Konservatorium. Sie nahm an Meisterkursen bei Prof. Ernst Häfliger und bei Norman Shetler teil. Sie arbeitet als Konzertpianistin, besonders als Lied- und Opern-Begleiterin.
      Im Opernloft leitete Makiko Eguchi die Produktionen Jojo und das Geheimnis der Oper sowie Rotkäppchen - Einsatz im Wolfsrevier.
      In der Produktion Heimliches Flüstern ist sie die Musikalische Leiterin und spielt auf der Bühne eine der drei Claras. In den Kooperationsprojekten EIN MASKENBALL und CARMEN im Ernst Deutsch Theater hatte Makiko Eguchi ebenfalls die musikalische Leitung.

    • Ines Vinkelau - Sophie

      Ines Vinkelau wurde im Münsterland geboren und studierte Gesang an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" in Berlin bei Prof. Anna Korondi und an der Musikhochschule Köln bei Prof. Klesie Kelly-Moog. Engagements führten sie bisher an das Theater Aachen, wo sie in Brittens "Albert Herring" und Ravels "L'enfant et les sortilèges" mitwirkte, in weiteren Produktionen sang sie die Partien der Norina, Adele, Najade, Sandmann, Taumann, Gretel und Papagena. Die Sopranistin ist Preisträgerin des Euregio Vocalistenconcours, erhielt von 2015-2016 das Deutschlandstipendium und ist Stipendiatin u.a. der Sommerakademie Salzburg 2015.
      2018 wurde sie außerdem in das Exzellenzprogramm BAROCK VOKAL des Kollegs für Alte Musik an der Hochschule für Musik Mainz aufgenommen und konzertierte dieses Jahr mit der Camerata Villa Musica unter der Leitung von Werner Erhardt. Im Sommer 2018 sang sie die Partie des Amore in Monteverdis "L"incoronazione di Poppea" in Kooperation mit dem Institut für Historische Interpretationspraxis Frankfurt. Im Oktober spielte sie am Scharoun-Theater Wolfsburg die Titelpartie in der Erstaufführung der Kinderoper "Das Schneemädchen Snegurochka" mit Musik von Pjtor Tschaikovsky.
      Neben ihrer Operntätigkeit geht die Sopranistin einer regen Konzerttätigkeit nach. Dabei trat sie unter anderem im Konzerthaus Berlin, beim Festival RheinVokal und den Weilburger Schlosskonzerten auf.

    • Margarethe Mast - Ausstattung

      Margarethe Mast studierte Freie Kunst mit Schwerpunkt Bühnenraum bei Raimund Bauer an der HfBK Hamburg. Neben zahlreichen Assistenzen an der Staatsoper Hannover, dem Residenztheater München, am Thalia Theater Hamburg, an der Deutschen Oper Berlin und der Elbphilharmonie Hamburg realisiert sie eigene Ausstellungs.- und Theaterprojekte in der freien Szene. Seit 2014 arbeitet sie als freischaffende Bühnenbildnerin, entwickelt die Ausstattung von Kinderopern im Rahmen des TuSch Programms der Staatsoper Hamburg und entwirft das Bühnenbild für das Musical "The Full Monty" in der Regie von Ingo Putz am Staatstheater Kiel. Ein weiteres Engagement führte sie an das Theater Pforzheim, bei dem sie im Regie Team Kerstin Steeb und Guido Markowitz die Bühne für den "Barbier von Sevilla" gestaltet. Mit der Regisseurin Kerstin Steeb verbindet sie eine langjährige Zusammenarbeit, für ihr gemeinsames Opernprojekt "Der Freischütz" am Opernloft Hamburg erhielt Margarethe Mast 2014 den Rolf-Mares-Preis. Für die aktuelle Produktion am Haus entwickelt sie im Team mit der Regisseurin Anke Rauthmann das Bühnen.-und Kostümbild für den "Werther".

Wir danken der Kulturbehörde Hamburg für die Projektförderung, ohne die diese Produktion nicht möglich gewesen wäre.

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