Die FSJ-Seminare

Laura Runn Donnerstag, 9. Juli 2020 von Laura Runn

Zum Freiwilligen Kulturellen Jahr gehören neben dem Arbeitsalltag in der Einsatzstelle auch 25 Bildungstage. Mein erstes Seminar, das große Auftaktseminar, hatte ich bereits im Oktober.

Die Orientierungstage

Anfang Dezember hatten wir Freiwilligen dann zwei weitere Bildungstage, die Orientierungstage. Dabei ging es hauptsächlich um Selbstreflektion. Ich habe an zwei Workshops teilgenommen, die sich mit kritischen gesellschaftspolitischen Themen auseinandersetzen: Argumente gegen Rechte und Diversität. Am ersten Tag ging es um Rechten Rassismus. In einer Diskussion wurde erst die Rolle des Befürworters rechten Parolen und dann die Gegenposition eingenommnen. Im Anschluss haben wir Situationen nachgespielt, in denen wir rechten Rassismus miterleben mussten. In der zweiten Runde konnten wir ausprobieren, was jede*er einzelne*r an der Situation hätte ändern können. Ein Gedankenexperiment, bei dem jede*r automatisch eine Person vor dem eigenen Auge projiziert, hat gezeigt, wie sehr das Denken und Handeln der Menschen in gesellschaftlichen Muster verankert ist. Ich habe gelernt, dass jeder seine persönlichen Wünsche, Schwächen und Stärken kennen muss, um seinen eigenen Weg zu finden. Gleichzeitig müssen alle lernen miteinander zu kommunizieren und interagieren.

Das Kreativseminar

Im Februar hatten wir unser Kreativseminar zum Thema “Wer bin ich - und wenn ja wie viele?”. In den Workshops Tanz, Film und Kreatives Schreiben haben wir uns eine Woche lang mit unser eigenen Identität auseinandergesetzt. Ich war im Tanzworkshop und habe mich und meinen Körper dabei noch einmal auf ganz andere Art und Weise kennengelernt. Außerdem haben wir verschiedene kleine Übungen zum Thema “Welche Rolle spielt Identität in der Gesellschaft?” gemacht. Dabei ist uns aufgefallen, dass sich jeder Mensch anders ausdrückt und unterschiedlich auf bestimmte Situationen reagiert. Jede*r einzelne*r von uns besitzt konträre Eigenschaften in sich. Das wichtigste ist, immer respektvoll miteinander umzugehen und auf seine Mitmenschen zu achten.

Das Online-Gesamtseminar

Aufgrund der aktuellen Situation konnte das Gesamtseminar im April, bei dem alle Freiwilligen des FSJ Kultur aus Hamburg zusammen gekommen wären, leider nicht wie geplant stattfinden. Die LAG hat sich aber alle Mühe gegeben das Konzept umzustrukturieren - so konnte das Seminar mit allen Workshops online abgehalten werden. Eine komplett neue Erfahrung! Trotzdem war es natürlich traurig die Freizeit zwischen den Seminaren nicht persönlich mit seinen Freund*innen und den anderen FSJ-ler*innen verbringen zu können.

Wir haben uns in dieser Woche mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandergesetzt. Dabei ging einerseits um Grundstrukturen, die geschaffen werden müssen, und andererseits um den eigenen Beitrag, den jede*r von uns leisten kann. Anfangs haben wir uns mit den vorhandenen Strukturen in Politik, Wirtschaft, Landwirtschaft und der Infrastruktur auseinandergesetzt. Dabei ist uns aufgefallen, dass in vielen Bereichen kaum auf den Nachhaltigkeitsaspekt geachtet wird.

In den Workshops Radioballett, Musikproduktion, Malerei, Skulptur-Bau und Performance ging es dann um unseren persönlichen Beiträgen zum Thema Nachhaltigkeit. Beim Performance Workshop haben wir uns mit der Bedeutung unseres alltäglichen Lebens auseinandergesetzt. Jede Handlung kann als eine Performance verwendet werden - Also kann auch jede Handlung nachhaltig etwas bewirken! Die Interpretation liegt dabei alleine im Auge des Betrachters. Durch Meditation haben wir uns selbst näher kennengelernt und dabei auch gelernt auf uns zu achten. Nur wer mit sich selber im reinen ist, kann auch langfristig etwas verändern.

Das Abschlussseminar

Unser Abschlussseminar Anfang Juli konnte leider auch nicht wie zunächst geplant in Schleswig Holstein stattfinden. Aber mit Einhaltung der geltenden Corona-Regelungen hatten wir zumindest die Möglichkeit, uns in Kleingruppen zu treffen und auch einige Workshops analog stattfinden zu lassen. Das stellte uns alle vor eine besondere Herausforderung, da das Abschlussseminar immer von den FSJ-ler*innen selbst gestaltet wird. Gemeinsam haben wir uns für das Thema Protest entschieden und in sieben Workshops dazu gearbeitet. Ich selber habe auch einen Workshop angeboten. Zum mehr oder weniger gemeinsamen Abschluss konnten wir dann jeweils mit der Hälfte der Gruppe an einer Barkassenfahrt teilnehmen.

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