Die Regieassistenz

Laura Runn Dienstag, 18. Februar 2020 von Laura Runn

Im Oktober und November war ich Regieassistentin für La Traviata und somit beim Kreativ-Prozess der Inszenierung dabei. Eine Besonderheit dieser modernisierten Oper ist, dass sie in einem Casino spielt. Dafür musste vorab einiges geplant und organisiert werden.

Einen Monat vor Probenbeginn habe ich begonnen, mir die Spielregeln für Craps, BlackJack, Poker und Roulette anzueignen und diese dann vereinfacht. Damit alle Gäste vor Stückbeginn und in den Pausen, einige sogar während der Vorstellung, aktiv mitspielen können, sind alle Regeln im Programmheft zusammengefasst.

Um Inspiration für die Gestaltung unseres Theaters als Casino zu bekommen, sind wir mit dem Team in eine Spielbank gefahren und haben dort einen kleine Eindruck in die Casino-Welt bekommen.

Bei den Proben in den ersten Wochen war ich hauptsächlich damit beschäftigt das Regiebuch zu führen. Das Regiebuch ist eine Kopie der musikalischen Fassung, in dem die Ideen für die Inszenierung, sowie musikalische Neuerungen dokumentiert werden. Im Opernloft arbeiten wir seit La Traviata nur noch mit digitalen Fassungen, ich musste also auch nach Programmen und Techniken suchen, mit denen wir die neuen, digitalen Fassungen bearbeiten und abspeichern können. Im Regiebuch habe ich alles festgehalten, was szenisch ablief oder an Text gesprochen wurde. Zusätzlich hatte ich die Aufgabe allen Sänger*innen und später auch den Mitarbeiter*innen die Casinospiele so zu erklären, dass sie jederzeit eines der Spiele leiten können.

Eine wichtige Tätigkeit der Regieassistenz ist es, die verschiedenen Requisiten vorzubereiten. In diesem Fall war das nicht immer ganz einfach, da einige Requisiten, wie beispielsweise Lebensmittel, frisch bleiben mussten und somit immer am Tag der Probe erst besorgt werden konnten.

Zu den typischen Aufgaben der Regieassistenz sind noch Bereiche der Ausstattungsassistenz angefallen, da die Regisseurin Inken Rahardt neben der Regie auch die Ausstattung übernommen hat. Ich habe mich hauptsächlich um das Bühnenbild und die Requisiten gekümmert.

Innerhalb der ersten Wochen mussten Probenrequisiten besorgt werden. In unserem Fall waren das vor allem Pokerkoffer, damit die verschieden Casinospiele geübt und in die Szenen eingebaut werden konnten. Später haben ich mich dann um die Beschaffung von vielen weiteren Pokerchips und passenden Pokerkarten gekümmert. Für das Bühnenbild haben wir verschiedene Spieltische bauen lassen, passend zu unserer Location. Auf die Holzkonstruktionen kam roter Teppich. Diesen wurde mit unseren selbst gestalteten Spielfeldern bedruckt.

In der Endprobenwoche, der Woche mit den letzten Proben vor der Premiere, wird unter anderem mit Lichtstimmungen geprobt. Im Gegensatz zu den restlichen Proben, muss gleichzeitig auf das Licht, den Ton, Übertitel und die Szene geachtet werden, um zu sehen, ob diese gut miteinander harmonieren. Außerdem musste ich alle Aufgaben, die ich die letzten Wochen über ausgeführt habe, an andere Mitarbeiter*innen im Theater übergeben, da die Regieassistenz immer nur bis zur Premiere vor Ort ist. Dazu gehört die Einrichtung der Requisiten, sowie die Bereitstellung der Kostüme. Eine weitere Besonderheit war das Probenpublikum zur zweiten Hauptprobe, bei dem 40-50 Gäste anwesend waren und das ganze Konzept vorab schon einmal ausprobieren konnten.

Am 22. November war dann die Premiere von La Traviata. Ich selbst konnte die Vorstellung aus dem Zuschauerraum sehen. In den Pausen stand ich dann im Foyer als Croupier an einem der Spieltische. Nach der erfolgreichen Aufführung, haben wir den Abend gemeinsam mit ein paar Snacks und Flammkuchen bei der Premierenfeier ausklingen lassen.

Nach der Premiere von La Traviata habe ich direkt eine zweite Regieassistenz übernommen, diesmal für unsere neue Krimioper "Mord auf Backbord", die Ende Januar Premiere feierte.

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