FSJ im Homeoffice

Laura Runn Dienstag, 12. Mai 2020 von Laura Runn

Mein FSJ während Corona - vieles anders als geplant

Die meisten Aufgaben, die ich das Jahr über ausgeführt habe, sind abhängig vom aktuellen Theater-Betrieb. Das bedeutet, dass ich in verschiedenen Bereichen die Produktion der Stücke begleitet habe. Bei Don Giovanni, der ersten Produktion der Spielsaison, habe ich im Bereich Dramaturgie mitgewirkt und dabei hauptsächlich am Programmheft gearbeitet. Dazu kamen Info- und Werbetexte und die Gestaltung unserer Website. Bei La Traviata, Mord auf Backbord und Semiramis habe ich den Probenprozess begleitet. Bei der letzten Neuproduktion der Spielzeit, Madame Butterfly, hätte ich einen Einblick in den technischen Bereich einer Theaterproduktion bekommen. Wegen Corona fallen alle Veranstaltungen, somit auch alle Aufgaben zum täglichen Betrieb, derzeit natürlich weg.

Seit dem 16. März arbeiten wir alle von zuhause aus. Die festangestellten Mitarbeiter*innen mussten alle in Kurzarbeit gehen, das verändert die Abläufe und Zusammenarbeit im Theater natürlich sehr. Den Kontakt untereinander erhalten wir durch digitale Medien wie Videocalls aber weiterhin aufrecht.

Durch das Einstellen unseres Theaterbetriebs konnte auch mein FSJ-Projekt, die Gestaltung des Zukunftstags, Girl’s- und Boy’s-Day genannt, am 26. März nicht stattfinden. Ich hatte dafür ein eigenes Konzept entworfen und hätte einen Tag mit den Schüler*innen zusammen ein Stück erarbeitet und ihnen unser Theater gezeigt. Durch den Coronavirus war es mir leider nicht möglich, das Erarbeitete selbst umzusetzen.

Theaterarbeit im Homeoffice?

Die ersten Wochen nach der Schließung mussten wir unseren Arbeitsalltag komplett neu strukturieren. Es ging nicht mehr darum, alles für die anstehende Inszenierung fertig zu bekommen, sondern langfristig zu planen. Immerhin haben wir so auch Zeit, alle Aufgaben, für die bisher oft zu wenig Zeit war, endlich zu bearbeitet. Außerdem wird die nächste Spielzeit geplant und organisiert und das Opernloft ein wenig aufgefrischt.

Bereits in den Wochen vor der Krise haben wir damit begonnen, einige Programmhefte zu überarbeiten und neu aufzulegen. Zunächst war ich dabei nicht so stark involviert. Aber seitdem ich von zuhause arbeite, gestalte ich vor allem das Programmheft für Tod im Terminal aktiv mit.

Durch das Veranstaltungsverbot, konnte auch unsere Semiramis-Premiere Mitte März nicht stattfinden. Aber ich habe die Chance erhalten, mich jetzt noch einmal intensiver mit dem Programmheft zu befassen. In den nächsten Wochen setze ich mich nach langer Vorbereitung und Recherche daran, einen Kreativ-Text zum Thema Gender-Gap zu schreiben.


Neue Aufgaben: Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

Außerdem arbeite ich jetzt viel mehr im im Bereich Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. Das ist besonders wichtig, um das Theater durch diese schwere Zeit zu bringen. Ich beschäftige mich unter anderem mit neuen Möglichkeiten der Website-Gestaltung und der Newsletter Versendung. Auch in den Spendenkampagnen bin ich involviert. In den nächsten Wochen werde ich mich auch noch intensiver mit dem Verfassen von Social Media Beiträgen beschäftigen.

Im Homeoffice habe ich gelernt, dass viel mehr Selbstdisziplin notwendig ist, um mit der Arbeit anzufangen, aber auch um geregelte Pausen zu machen. Nach ein paar Wochen konnte ich mich aber daran gewöhnen, überwiegend alleine zu arbeiten. Ich habe gelernt, Arbeit und Freizeit auch zuhause voneinander zu trennen. Trotzdem genieße ich es, für ein paar Aufgaben zum Opernloft fahren zu können.

Besonders vermisse ich die angenehme Arbeitsatmosphäre im Opernloft und den persönlichen Kontakt zu meinen Kolleg*innen, die einen immer motivieren und antreiben. Durch die täglichen Flurgespräche verging die Arbeitszeit viel schneller und ohne auf die Uhr zu gucken. Ein Telefonat kann das nicht ersetzen.

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